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July 14, 2022

420 – Die Bedeutung des Zahlencodes

Viele Menschen haben schon von dem Mythos 420 gehört und vielleicht fragen sich sogar einige, was es mit dem Weed-Feiertag wohl auf sich hat. Jahr fĂĽr Jahr kommen am 20. April Cannabis-Liebhaber:innen auf der ganzen Welt zusammen, um das Datum zu zelebrieren und fĂĽr ihre Rechte auf die StraĂźe zu gehen. Direkt im Zusammenhang mit diesem magischen Datum steht auch die Zahl 420 (ausgesprochen “four twenty”), die als internationales Codewort fĂĽr bekennende Konsument:innen der berauschenden Pflanze gilt. Doch warum eigentlich 420 und was bedeutet der Code ĂĽberhaupt? 

Was bedeutet 420?

Vereinfacht betrachtet kannst Du die Zahl 420 als eine Art Slangwort, Code oder fast schon Ăśberbegriff des Cannabis-Konsums betrachten. Oder noch einfacher gesagt: Das Codewort gilt im ĂĽbertragenen Sinn als ein Synonym fĂĽr das Rauchen von Gras. Auch wenn der Code an sich seinen Ursprung woanders hat, bezieht sich “four twenty” unter Stoner:innen sowohl auf die Tageszeit 4:20 pm, also 16:20 Uhr, als auch auf das Datum des 20.4.. Eben dieser Tag wird in einigen Teilen der Welt, insbesondere in Nordamerika, als inoffizieller Feiertag der Cannabis-Kultur groĂź gefeiert. Dort gibt es jährlich unzählige Events, wo Konsument:innen gemeinsam auf den StraĂźen ihren Joint rauchen und zugleich fĂĽr eine Legalisierung und Entstigmatisierung des Cannabis-Konsums protestieren. Gerne wird dieser Tag daher als “Weed-Day” oder “Weltkiffertag” bezeichnet. Auch in Deutschland gibt es solche Veranstaltungen. Diese haben aber einen teils wesentlich politischeren Charakter, da die Legalisierung von Marihuana in Deutschland noch bevorsteht und Konsument:innen somit immer noch mit Repression und Strafe rechnen mĂĽssen. In Nordamerika hingegen sind es nur noch elf von insgesamt 50 Bundesstaaten, in denen Marihuana noch nicht legalisiert wurde.1

Der Mythos 420

Um den Ursprung des Code 420 ranken sich so einige Mythen und GerĂĽchte. Diese reichen von recht plausiblen Erklärungen bis hin zu eher märchenhaft wirkenden Geschichten bezĂĽglich der Herkunft des Codes. 

Die drei am weitesten verbreiteten Storys haben wir Dir hier kurz zusammengefasst und sie auf Herz und Nieren geprĂĽft.

Mythos #1: 420 ist ein Code des Los Angeles Police Departments

Die vielleicht bekannteste Geschichte rund um den Ursprung des Codes besagt, dass 420 ein Polizeicode der kalifornischen Polizei für den “Gebrauch von Marihuana” sei. Klingt erstmal plausibel und zumindest existiert der Code 420 innerhalb der dortigen Polizeibehörde sogar. Jedoch steht der Zahlencode für ein ganz anderes Vergehen: das Blockieren von öffentlichen Grundstücken.2 Der Faktencheck ergibt also: Diese Geschichte ist frei erfunden.

Mythos #2: 420 wurde von Bob Dylan erfunden

Eine weitere beliebte Theorie ist, dass der Code 420 seinen Ursprung in dem Titel “Rainy Day Women #12 & 35.” von Bob Dylan hat. Wie es dazu kommt? Im Song singt er die Zeile “everybody must get stoned”. Mathegenies dieser Welt haben zudem herausgefunden,  dass 12 multipliziert mit 35 420 ergibt. Zufall? Wohl kaum, finden die Verfechter:innen dieser Version. Der gute Bob verlautet anderes und hat das Lied leider nie als eine direkte Parabel auf den Konsum von Cannabis geschrieben. Absichtlich hat er die Zahl 420 daher wohl auch nicht in der Multiplikation aus 12 und 35 codiert.3 Schade eigentlich. 

H3: Mythos #3: 420 ist die Anzahl der chemischen Verbindungen in Cannabis

FĂĽr alle, die keine Expert:innen im Bereich der analytischen Chemie sind, mag diese BegrĂĽndung ĂĽber die Herkunft der Zahl 420 mehr als logisch erscheinen. Jedoch hat sich auch dieser Mythos als haltlos  erwiesen. Da Cannabis als eine der am besten untersuchten Pflanzen ĂĽberhaupt gilt, wissen wir heute, dass in ihr ĂĽber 500 chemische Verbindungen beziehungsweise Bestandteile zu finden sind. 4 Knapp daneben ist bekanntermaĂźen auch vorbei und daher lässt sich mit Sicherheit sagen: Dass sich 420 auf die Anzahl der chemischen Verbindungen in der Cannabispflanze bezieht, ist ebenfalls Quatsch. 

Die wahre Geschichte hinter 420

Die wahre Geschichte hinter dem Code 420 ist eine ganz andere: Wer die Zahl und ihre Verbindungen mit Weed akribisch zurĂĽck verfolgt, stößt unweigerlich auf die San Rafael High School im kalifornischen KĂĽstenort Point Reyes. Im Jahr 1971 soll eine Gruppe von SchĂĽler:innen, die sich die “Waldos” nannten, den Code erfunden haben. Die High-School-Freund:innen bekamen eines Tages Wind von dem GerĂĽcht, dass ein KĂĽstenarbeiter an einem Ort in freier Natur sein eigenes Gras anpflanzen sollte. Das machte die Gruppe natĂĽrlich neugierig und so schmiedeten sie den Plan, die geheime Cannabis-Plantage zu finden. Sie vereinbarten, sich jede Woche aufs Neue um genau 04:20 Uhr zu treffen, um sich auf die Suche nach dem verborgenen grĂĽnen Schatz zu machen. Auch wenn sie die Plantage nach eigener Aussage niemals finden konnten, erwies sich der Code 420 fĂĽr sie als recht nĂĽtzlich. Immerhin konnten die Freund:innen so ungehindert ĂĽber Weed sprechen, ohne dass ihre Eltern oder Lehrer:innen eine Ahnung hatten, wovon eigentlich die Rede war. Einer größeren Masse an Menschen bekannt gemacht wurde der Begriff 420 aber erst durch einen weiteren Umstand. Ein Mitglied der Waldos managte zu dieser Zeit eine Band, in welcher der Bassist Phil Lesh spielte.  Phil wurde wenig später Mitglied der legendären Musikgruppe “The Grateful Dead”. Durch entstandene Freundschaft zu ihm waren die “Waldos” häufig bei den Konzerten der Band. Die Band adaptierte den Begriff 420 und verbreitete ihn. 5

Fazit

Es gibt viele Mythen rund um den Begriff 420. Welcher Mythos letztlich zu hundert Prozent der Wahrheit entspricht – das weiß wohl niemand so genau. Dennoch bringen die verschiedenen Theorien noch immer Gesprächsstoff mit sich und die Hauptsache ist wohl: 420 vereint Menschen und gibt ihnen einen Anlass für ihre Rechte auf die Straße gehen. 

FAQs

Was meint man mit 420?

Innerhalb der Cannabiskultur ist 420 ein weitverbreiteter, international bekannter Code. Als Synonym steht die Zahl 420 fĂĽr den Konsum von Weed. Der Begriff bzw. die Zahl bezieht sich dabei auf eine Gruppe an Freunden aus Kalifornien, die sich damit 1971 gegenseitig an ihre Suche nach einer Cannabis-Plantage erinnerten.

Warum 20.4. Kiffertag?

Im Amerikanischen wird – anders als im Deutschen – der Monat vor dem Tag genannt. Daher bezieht sich der 20.04 (4/20) direkt auf den Zahlencode 420, der in der Szene als Synonym für Gras weit verbreitet ist. Jährlich gehen an diesem Tag Menschen in Städten rund um den Globus auf die Straße, um gemeinsam die Kultur rund um die berauschende Pflanze zu feiern und für eine Legalisierung und Entstigmatisierung des Konsums von Marihuana einzustehen.

Rechtliches/Disclaimer

Der Besitz, Anbau sowie der Handel von und mit Cannabis ist in Deutschland nach wie vor illegal. Der Konsum der Droge fällt unter das Betäubungsmittelgesetz.6 In den Bundesländern greifen die unterschiedlichen erlaubten Höchstmengen für den Cannabisbesitz. Für den medizinischen Gebrauch ist Cannabis auf Rezept freigegeben.

Der Text ist keine Handlungsaufforderung und dient nur dem Zweck der Information.

Quellen

1 – https://mjbizdaily.com/map-of-us-marijuana-legalization-by-state/

2 – https://www.myweedo.de/gruene-seiten/lifestyle/cannabis-420/

3 – https://www.parlia.com/a/bob-dylan-invented-420

4 – https://leaf.expert/health/active-ingredients?__cf_chl_tk=dKu6DQi2Q6MbAMedRcdK_bYg.4lGqUbINqdKTi_T5hw-1653893259-0-gaNycGzNCFE

5 – https://www.latimes.com/lifestyle/story/2022-04-19/what-does-420-mean-weed

6 – https://www.cannabispraevention.de/eltern/rechtslage/rechtslage-zu-cannabis/

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