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April 1, 2020 0 Comments

THC vs. CBD: Offensichtliche Unterschiede

CBD und THC sind zwei der über 100 Cannabinoide, die in der Hanfpflanze (Cannabis sativa L.) enthalten sind. Aber die beiden Cannabinoide sind aus ganz unterschiedlichen Gründen berühmt: Während THC ein bekanntes Rauschmittel in Cannabis ist, wird CBD jetzt als sichere, legale und berauschende Wundermedizin angepriesen. Doch bevor wir uns mit den Unterschieden zwischen THC und CBD beschäftigen, wollen wir uns ansehen, was sie gemeinsam haben.

CBD & THC: Gemeinsamkeiten

CBD und THC werden beide aus der Hanfpflanze (Cannabis sativa L.) gewonnen. Das liegt daran, dass die Trichome (haarähnliche Strukturen auf der Oberfläche der weiblichen Hanfpflanze) die höchste Konzentration beider Chemikalien (und anderer Cannabinoide) freisetzen. Auch Terpene sind hier reichlich vorhanden, und zusammen mit den Cannabinoiden erzeugen sie angeblich eine einzigartige Synergie, die als “Entourage-Effekt” bekannt ist.

Es ist nicht bekannt, warum die Pflanze so viel Energie und Nährstoffe für die Produktion von Cannabinoiden aufwendet, obwohl man davon ausgeht, dass sie eine defensive Funktion haben.

Es wird angenommen, dass das Harz aufgrund seiner chemischen Eigenschaften (hohe Viskosität, wasserabweisend, nicht kristallisierend) vor Wasserverlust (wie die wachsartige Außenhaut von Sukkulenten wie Kakteen), Raubtieren (Insekten) und UV-Strahlung schützt. Aber die Forscher sind sich in dieser Frage nicht einig, und es ist unklar, ob die Frage jemals vollständig geklärt werden kann.

Identifizierung der Unterschiede zwischen CBD und THC

Die beiden Verbindungen sind chemisch verwandt. Beide haben 21 Kohlenstoff-, 30 Wasserstoff- und 2 Sauerstoffatome (C21H30O2) und sind somit Isomere, die sich nur durch die Verknüpfung (und räumliche Anordnung) der Atome unterscheiden: Bei CBD ist ein Kohlenstoffring offen.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Unterschiede zwischen THC und CBD nicht nur auf einer Ebene liegen, sondern auch in anderen Bereichen. Dazu gehören die Pharmakologie und das medizinische Potenzial, die Nebenwirkungen der beiden marihuana sowie der rechtliche Status und die Legalität.

Kurzer Überblick über die Pharmakologie und Medizin von CBD und THC

Cannabidiol ist das am häufigsten vorkommende Cannabinoid in kommerziellem Hanf (Typ III) (CBD-dominante Sorten ohne nennenswerte THC-Anteile). Aber CBD ist kein Beruhigungsmittel! THC ist die berauschende Komponente des “Rausches”. Im Gegensatz zu THC interagiert CBD nur schwach mit den “klassischen” Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2. Es scheint sogar so zu sein, dass CBD die Bindung von THC beeinträchtigt.

Ebenso wurde beobachtet, dass CBD einige der negativen Wirkungen von THC abmildern, wenn nicht sogar aufheben kann. Die pharmakologischen Wirkungen von CBD werden durch die Bindung an andere Rezeptoren (z. B. TRPV1 und 5-HT1A) oder durch die Erhöhung der Signalübertragung über Adenosinrezeptoren erzielt.

Eine Möglichkeit ist, dass CBD ein FAAH-Inhibitor ist. Das Enzym FAAH ist auch am körpereigenen (Endo-)Cannabinoid-Abbau beteiligt. Das Enzym kann nicht arbeiten, wenn es gehemmt wird. Infolgedessen steigt die Konzentration der körpereigenen Cannabinoide an.

Pharmazeutische Methoden

CBD kann über diese und möglicherweise weitere, zum Teil noch unbekannte Wege, eine pharmakologische Wirkung entfalten. Die krampflösenden, entzündungshemmenden, antioxidativen, antipsychotischen, angstlösenden und anderen Eigenschaften von CBD sind gut dokumentiert. Dies ist auch die Grundlage für die neuroprotektive Wirkung von CBD, die eine Behandlung der damit verbundenen Symptome und Krankheitsbilder denkbar macht.

Dazu gehören Epilepsie, Parkinson, ALS, Huntington, Alzeimer und Multiple Sklerose. Doch im Gegensatz zu vielen gängigen Medikamenten steckt die Forschung in vielen Bereichen noch in den Kinderschuhen.

Wunderdroge CBD?

Auch wenn die ersten Ergebnisse vielversprechend sind, gibt es kein Wundermittel, als das CBD manchmal dargestellt und sogar verkauft wird. Für die “normale” nicht-medizinische Anwendung berufen sich die Hersteller vergleichbarer Produkte lieber auf Wirkungen auf das körperliche Wohlbefinden, die in Studien beobachtet wurden, in denen CBD wesentlich höher dosiert wurde als erlaubt. Die Cannabispflanze gehört zur Gattung der Hanfgewächse (Cannabaceae).

Zum Beispiel linderten 300 mg CBD Angstzustände. Für ein 5%iges CBD-Öl wären also etwa 6 ml Öl erforderlich, um 300 mg Wirkstoff zu liefern, was mehr als die Hälfte eines 10-ml-Behälters ist.

THC Grundlagen

Obwohl viele Menschen THC bereits zu medizinischen Zwecken verwenden, ist es dennoch für seine berauschende Wirkung bekannt und stigmatisiert. Auch wenn dies manchmal übertrieben wird, ist Cannabis unbestreitbar eine starke psychedelische Droge.

Diese Wirkung wird durch Tetrahydrocannabinol, kurz THC, hervorgerufen. Die Pharmakologie von THC ist von Wissenschaftlern ausgiebig erforscht worden. Seit 1964, als der berühmte Raphael Mechoulam und sein Forschungsteam THC erstmals in seiner reinen Form isolierten, wurden in über 100 klinischen Studien die Wirkungen von Cannabis mit THC oder THC allein untersucht.

Die Wirkung von THC auf die menschliche Gesundheit

Ähnlich wie bei den Haschischpflanzen vom Typ III (CBD-dominant) dominiert CBD, während THC bei den Pflanzen vom Typ I dominiert. Im Gegensatz zu CBD hat THC eine hohe Affinität zu den Cannabinoidrezeptoren CB1 und CB2.

Durch die Bindung an diese beiden Rezeptoren reguliert THC Schmerzen, Spastizität, Sedierung, Hunger und Stimmung. THC kann auch die Bronchien erweitern und wirkt juckreizstillend und entzündungshemmend.

Frühe Forschungen haben gezeigt, dass THC am besten wirkt, wenn es mit anderen in der Cannabispflanze vorkommenden Verbindungen kombiniert wird (z. B. in Form eines ganzen Cannabisextrakts). Auf diese Weise wurden in Studien nicht nur die gewünschten Ergebnisse verstärkt, sondern auch unerwünschte Nebenwirkungen im Körper verringert.

All dies sowie zahllose anekdotische Berichte von Nutzern, Patienten und Ärzten deuten darauf hin, dass die zahlreichen pharmakologisch aktiven Chemikalien in Cannabis eine besondere Synergie erzeugen können, die als “Entourage-Effekt” bekannt ist (Russo, 2011).

THC & CBD Nebenwirkungen

Auch wenn es in diesem Aufsatz um zwei natürlich vorkommende Cannabinoide in Hanf geht, müssen wir die Nebenwirkungen von THC und CBD diskutieren. Wenn sie auftreten, könnten sie unser Leben und unser körperliches Wohlbefinden beeinträchtigen.

Was sind die Nebenwirkungen von CBD?

Cannabidiol hat keine bekannten unerwünschten Wirkungen. Obwohl dies für die meisten CBD-Konsumenten zutrifft, sind einige schädliche Wirkungen dokumentiert worden. Die häufigsten sind Erschöpfung und Durchfall. In Studien, in denen CBD zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt wurde, wurde von Krämpfen und Fieber berichtet. Es wurden abnorme Leberwerte festgestellt.

Diese Patienten, hauptsächlich Kinder, hatten eine schwere und behandlungsresistente Epilepsie und erhielten andere Medikamente als CBD, z. B. Clobazam. Da Bestandteile wie Cannabidiol in der Leber abgebaut werden, ist es wahrscheinlich, dass diese Nebenwirkungen auf Wechselwirkungen mit Medikamenten zurückzuführen sind.

thc vs cbd

Übliche Studiendosierungen

In Studien werden häufig weitaus höhere CBD-Dosierungen verwendet, als sie in einem rezeptfreien CBD-Öl zu finden wären. In einer Studie erhielten die Patienten bis zu 50 mg CBD pro kg Körpergewicht pro Tag. Bei einem 75 kg schweren Patienten sind das 3.750 mg CBD pro Tag, obwohl die meisten rezeptfreien CBD-Öle nicht mehr als 20 mg CBD pro Tag enthalten.

Trotz der hohen Dosierung waren die meisten unerwünschten Wirkungen leicht bis mittelschwer und vorübergehend. Vor allem aber hat CBD im Vergleich zu anderen häufig verwendeten Medikamenten ein sehr geringes Nebenwirkungsprofil.

Mögliche Wirkungen von CBD

Da es sich bei CBD jedoch um ein neueres Medikament handelt, gibt es nur wenige solide Daten zur Langzeitanwendung (länger als ein paar Wochen). Außerdem sind die Auswirkungen von CBD auf Hormone, das Immunsystem, mögliche genetische Veränderungen und andere Wirkstoffe, die gleichzeitig eingenommen werden, noch nicht eindeutig geklärt. Personen, die regelmäßig lebermetabolisierende Medikamente wie CBD einnehmen, sollten vor der Einnahme von CBD ihren Arzt konsultieren.

Auch wenn es einige Studienlücken gibt, gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass CBD eine gefährliche Substanz mit einem schlechten Nebenwirkungsprofil ist.

Im Gegensatz zu CBD ist THC für seine negativen Auswirkungen berüchtigt. Das traditionelle “High”-Gefühl oder der Rauschzustand, der mit Cannabis in Verbindung gebracht wird, ist lediglich eine Nebenwirkung einer Überdosierung oder eine Kombination von unerwünschten Wirkungen. Die therapeutische Dosis, d. h. die Dosis, bei der eine therapeutische Wirkung erwünscht ist, ist häufig bereits erreicht.

Was sind die Nebenwirkungen von THC?

Eine leichte Euphorie ist eine der häufigsten psychoaktiven Nebenwirkungen. Höhere THC-Mengen können jedoch bei unerfahrenen Konsumenten Dysphorie, Angstzustände und sogar Panikattacken auslösen. Andere kognitive und körperliche Funktionen können vorübergehend beeinträchtigt sein.

Schwindel und Benommenheit (Sturzgefahr!), Mundtrockenheit, Husten (nach Inhalation), Müdigkeit, erhöhter Puls, orthostatische Hypotonie (Effekt des zu schnellen Aufstehens nach langem Liegen oder Sitzen), übermäßige Muskelentspannung und gesteigerter Appetit sind häufige körperliche Nebenwirkungen. THC kann das Risiko eines Herzinfarkts bei Risikopersonen möglicherweise erhöhen. Die meisten dieser unerwünschten Wirkungen (Müdigkeit, Schwindel, kardiovaskuläre und psychotrope Wirkungen) nehmen mit der Zeit ab, wenn sich eine Toleranz entwickelt.

Je nach Situation kann man dies als angenehm empfinden, aber in den meisten Fällen sind diese Nebenwirkungen lästig. Die gute Nachricht ist, dass die negativen Auswirkungen normalerweise abklingen, sobald das THC nachlässt.

THC und Schizophronie

Bei anderen Menschen kann es jedoch zu ernsteren Problemen kommen. Es gibt mehrere Berichte über Patienten, die nach dem Konsum von THC-haltigem Cannabis eine schizophrene Psychose entwickelten. Eine genauere Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Schizophrenie und Cannabiskonsum ergab eine hohe Korrelation, d. h. regelmäßiger Cannabiskonsum und Schizophrenie zusammen. Entgegen der landläufigen Meinung konsumieren Schizophrene mit größerer Wahrscheinlichkeit Cannabis als Nicht-Schizophrene.

Man geht davon aus, dass Patienten mit leichten Symptomen der Schizophrenie (den so genannten Prodromi) sich unwissentlich mit Cannabis selbst behandeln. Aber wie so oft ist weitere Forschung erforderlich. Ein Produkt mit hohem THC-Gehalt und/oder eine Vorgeschichte oder Familiengeschichte mit psychischen (insbesondere psychotischen) Erkrankungen erfordern äußerste Wachsamkeit.

THC vs. CBD – Ungleiche Geschwister

Wir wissen heute, dass THC und CBD chemisch sehr ähnlich sind und sich nur wenig unterscheiden. Ihre Quelle, die Cannabispflanze, ist die gleiche, und beide werden zur Behandlung verschiedener Beschwerden und Symptome eingesetzt. Aber das ist auch schon alles.

Während die psychotrope Wirkung von THC bekannt ist, kann CBD dazu beitragen, sie zu mildern. Cannabidiol allein ist jedoch selbst in hohen Dosen nicht berauschend. THC-Produkte, wie Cannabisblüten und -extrakte, sind in Deutschland verboten, es sei denn, sie werden von einem Arzt empfohlen. Wer sie auf Rezept bekommt, hat die gleichen Rechte und Freiheiten wie jeder andere, der Medikamente von einem Arzt bekommt.

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