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June 9, 2022

Straincheck Purple Haze: Lila Buds und trippiges High

Er ist sowohl unter den Cannabissorten wie auch in der Pop-Rock-Musikszene einer der ikonischsten Namen: Purple Haze. Der von Sativa dominierte Hybrid erlangte seine Bekanntheit nicht nur durch Jimi Hendrix’ Klassiker aus dem Jahr 1967 mit dem gleichnamigen Titel.

Charakteristisch für diese Strain sind die leuchtend lilafarbene Buds, die einen  sehr hohen THC-Gehalt produzieren können. In Strain-Reviews ist es nicht unüblich, dass auf ein  trippiges High hingewiesen wird. Doch welchen Ursprung hat die Cannabis-Sorte Purple Haze, und was macht sie so besonders?

Purple Haze: Herkunft und Geschichte

Wer sich mit der Geschichte von Purple Haze beschäftigt, fühlt sich womöglich schnell in die schleierhaften Tage der 60er bzw. 70er Jahre zurückversetzt, in denen sich viele Mythen um den Cannabisanbau in den Vereinigten Staaten ranken.

Über ihre Genetik gibt es zahlreiche Erzählungen. Eine davon – und die der Cannabis Sorte Haze im Allgemeinen – stammt von der Humboldt Seed Organization in Nordkalifornien.1

Die Theorie besagt, dass es die Haze Brothers und Sam ‘The Skunkman’ waren, die Purple Haze kreierten. Demnach kombinierten die Brüder Samen aus Mexiko, Kolumbien und, wie einige behaupten, Indien. Dann nahmen sie die besten weiblichen Pflanzen und kreuzten sie mit einer männlichen Sorte aus Thailand, woraus die ursprüngliche Haze-Pflanze entstand. Skunkman habe anschließend versucht, daraus stabilere Sorten mit unterschiedlichen Eigenschaften zu kreieren. In dem Zusammenhang soll er unter anderem Haze mit Purple Thai gekreuzt haben. Das Ergebnis waren mehrere Hybride, darunter der bekannte Strain mit den lila Buds.

Während manche bezweifeln, dass die Brüder überhaupt existierten, steht eines fest: Irgendjemand auf dieser Welt hat tatsächlich einen neuen Cannabissamen gepflanzt und damit eine der beliebtesten Haze-Sorten zum Leben erweckt.

Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen – vier Sinne für ein lila Wunder

Erfahrene Cannabisenthusiast:innen legen sehr viel Wert darauf, auf welche Art und Weise sich ihre Wahrnehmung mit dem Konsum verändert. Purple Haze gilt als sehr potente Sorte: Konsument:innen beschreiben das Haze als Stimmungsaufheller, der aufgrund seines hohen THC-Gehalts von 13 – 26 Prozent für ein psychedelisches High sorgen kann. Zudem wird das Haze oft auch als “Icebreaker” bezeichnet – Konsumierende berichten von einer besonderen Redseligkeit und fühlen sich oft kreativer als gewöhnlich. 

Und wie sieht es optisch mit unserem Hybrid aus? Rein äußerlich betrachtet wird schnell klar, woher Purple Haze ihre Bezeichnung hat, denn bei guten Anbaubedingungen springen die magisch leuchtenden lila Knospen direkt ins Auge. Das Gesamtbild von Purple Haze ist durch die locker angeordneten, moosig-grünen und violetten Blätter sowie die gleichfarbigen, mittelgroßen bis kleinen Blüten geprägt. Die Knospen sind mit einer Decke aus klebrigen, harzigen Trichomen bedeckt, was auf die möglicherweise starken psychedelischen Effekte hinweist. 

stärksten Cannabissorte

Ihr Duft? Süß und überaus einladend, dabei aber lediglich ein kleiner Vorbote ihres besonderen Geschmacks. Konsument:innen beschreiben ihn als liebliches Beeren-Bonbon-Aroma, mit Noten von Erdbeeren und Trauben. Zusätzlich gesellen sich noch Aromen mit einem Hauch angenehm erdiger Untertöne dazu. Die sind übrigens typisch für Haze-Sorten. Hier schließt sich dann der Kreis auch wieder: Verantwortlich für das Aroma des Strains sind die Terpene, welche auch Einfluss auf die Wirkweise nehmen. Klassische Purple Haze Terpene sind:

  • Humelen
  • Beta-Caryophyllen
  • Myrcen
  • Linalool
  • Alpha-Pinen
  • Beta-Pinen

Ein Nice To Know für den nächsten Cannabis-Talk: Beta-Carophyllen sind die einzigen Terpene, welche den CB2-Rezeptor direkt aktivieren können. In ihnen vermuten Forscher:innen großes therapeutisches Potenzial, weil sie als entzündungshemmend und antioxidativ gelten.2

Growing Purple Haze – Welche Bedingungen sorgen für eine gute Ernte?

Der feminisierte Hybrid zählt zu den eher robusten und widerstandsfähigen Hanfsamen. Durch ihre flexible Eigenschaft in Bezug auf den Anbau eignet sie sich perfekt für Grow-Anfänger:innen, die genug Platz und etwas Geduld mitbringen. Denn egal ob Indoor oder Outdoor – Purple Haze lässt sich überall kultivieren. 

Besonders gut gedeiht die Pflanze in nördlichen Klimazonen mit kälteren Nächten, denn sie bevorzugt Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius. Das ist auch der Zeitpunkt “where the magic happens”: Die niedrigen Temperaturen sorgen hier für die violette Farbe der Blüten. Purple Haze kann allerdings auch bei sonnigerem mediterranem Klima reiche Ernten liefern. Ihre Blütezeit beträgt ungefähr 8 bis 9 Wochen. 

Aber wie erhalten Grower:innen nun den besten Ertrag? Drinnen oder doch draußen? Ganz klar bringt die Zucht im Freien in der Regel die größere Ernte ein, in Innenräumen kann aber die Temperatur besser reguliert werden. Egal ob In- oder Outdoor-Anbau: die Zusammensetzung des Bodens spielt für das Wachstum die wichtigste Rolle. Ein gut durchlässiger Boden mit einer idealen Mischung aus Ton, Erde und organischen Nährstoffen ist essentiell, damit sich die Wurzeln gut entwickeln können. 

Weitere entscheidende Parameter für die Höhe von Erträgen sind eine ausreichende Sauerstoffversorgung, konstante Lichtverhältnisse und das richtige Düngen. Als Leitsatz gilt: Ist die Pflanze grün und üppig, frei von gelben und kranken Blättern, geht es ihr gut und sie braucht keine zusätzliche Nahrung. Grower:innen müssen aber auch bedenken, dass der Wachstumspfad der Pflanze einen Zyklus hat: die Wachstumsphase (vegetative Phase) und die Blütephase. 

Auch Cannabis-Sativa Pflanzen sind nicht vor unerwünschten Schädlingen gefeit. Sollte nicht rechtzeitig Abhilfe geschaffen werden, kann das schnell außer Kontrolle geraten und der erfolgreichen Ernte im Weg stehen. Dabei ist es egal, ob die Pflanze im Freien oder im Innenraum wächst. Bei Schädlingsbefall muss schnell gehandelt werden, zum Beispiel mit natürlichen Mitteln wie Brennessel-Spray. Der beste Erntezeitpunkt ist dann erreicht, wenn die Blütephase abgeschlossen ist. Dabei sind Blütenstempel, also die “Haare” und Trichome, ein eindeutiges Zeichen.

Was haben Jimi Hendrix und Olexesh gemeinsam? Purple Haze in der Popkultur

Cannabis ist als Gegenstand der Popkultur aus Filmen und Songs nicht mehr wegzudenken. Neben Cali Weed ist auch Purple Haze ein kleiner Star der Rap Welt geworden. Dabei liegen die Ursprünge der Faszination Purple Haze viel weiter zurück: Dank Rocklegende Jimi Hendrix war der Strain bereits 1967 vielen Musikfans ein Begriff. In seinem gleichnamigen Lied heißt es “Purple haze all in my brain. Lately, things just don’t seem the same. Acting funny, but I don’t know why. Excuse me while I kiss the sky”. Diese Lyrics ließen viele im Glauben, dass er diesen Hit der Blüte widmete. Das scheint jedoch einer der vielen weit verbreiteten Irrglauben im Cannabis-Game zu sein: Denn obwohl Hendrix aus seinem Cannabiskonsum nie einen Hehl machte und bestimmt schonmal Haze probiert hat, diente der Strain nicht als Namensgeber. Hendrix erklärte später, dass ihm die Idee für den Text von “Purple Haze” in einem Traum kam, nachdem er einen Science-Fiction-Roman gelesen hatte.

Auch heute genießt Purple Haze besondere Beliebtheit unter den Blüten und findet besonders im Rap häufig Erwähnung. Cannabiskonsum ist für Rapper:innen kein Tabuthema und gehört fast schon zum guten Ton gewisser Subgenres. Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass auch hierzulande Künstler:innen der grünen Versuchung huldigen.  Während der Darmstädter Olexesh mit den Zeilen “Purple Haze, wenn du verstehst. Was ich will sind lila Wolken. Zieh den Rauch ein, pust’ ihn aus – dieser Traum ist voller Hoffnung”, vom großen Geld träumt, ist “Chardonnay und Purple Haze” von Marteria & Casper eine Odé an Konsum, Ekstase und Rausch. Auch Frankfurter Straßenrap macht Purple Haze immer wieder zum Thema. Rapperin Liz erzählt im Song “Allein sein” von ihrem Leben – Mit “Late Night, Haze qualmt, puste in die Luft. Ma, du tatest, was du konntest, ich tue, was ich muss.” beschreibt sie ihren Hustle. 

Neben der Popmusik gibt es auch diverse Filme zur Blüte mit der lila Farbe. Das bekannteste Beispiel dürfte die gleichnamige Tragigkomödie aus dem Jahr 1982 sein. In dieser geht es um einem Studenten, der 1968 wegen seines Cannabiskonsums des Colleges verwiesen und daraufhin zum Dienst im Vietnamkrieg eingezogen wird.

God praise my Purple Haze – was sagen Nutzer:innen?

Trotz ihres Kultstatus’ ist es heutzutage schwerer geworden, Purple Haze Produkte zu finden. Da es immer neue Cannabis Trends gibt, führen viele Läden sie in den USA nicht mehr. Lasst uns dennoch in ein paar persönlichen Bewertungen von Nutzer:innen schwelgen, um die Purple Haze zu würdigen3

Purple Haze ist mein Happy Bud. Ich fühle einen unglaublichen euphorischen Rausch, das Gefühl steigert sich bis zur Höchstform. Drei Züge und ich bin glücklich und genieße den Moment. Fünf Züge und ich genieße ein vielseitiges Spektrum an Kreativität, Euphorie, körperlichem Rausch und einem unglaublichen Hoch.”

Purple Haze ist eine angenehme Wohlfühl-Sorte. Sie versetzte mich definitiv in einen sehr beschwingten Zustand und ich fühlte mich besonders inspiriert. Ideal, um Musik zu schreiben und mit Kumpels abzuhängen. Sie schmeckt ziemlich süß mit einem leicht erdigen Unterton. Diese Sorte wird wahrscheinlich für eine lange Zeit ein Klassiker bleiben!”

“Sehr energiegeladen und euphorisch, machte mich sehr redselig gegenüber Freunden”.

“Einige der besten Produkte, die ich in all meinen Erfahrungen mit Cannabis versucht habe. Es gab mir ein sehr weiches High, das den ganzen Tag über spürbar war. Es baut eine Menge Stress ab und fördert die Entspannung. Das ist das Gras, was dich voller Leben fühlen lässt.”Was ist also unser Fazit? Alle Reviews schildern durchweg positive Erfahrungen, die von der euphorischen Wirkung bis hin zur Kreativitätssteigerung und Geselligkeit berichten. Klingt nach einem echten Kracher für kreative Köpfe, die nach Produktivität und gesteigertem Wohlbefinden streben? Das mag sein, dennoch solltest Du Purple Haze nicht nutzen, um Deine schlechte Laune beiseite zu schieben – denn dann können sich unter Umständen ungesunde Konsummuster entwickeln

FAQ

Ist Purple Haze illegal?

Ja, in Deutschland fallen alle Cannabisprodukte mit einem THC-Gehalt von mehr als 0,3 Prozent unter das Betäubungsmittelgesetz. Demnach ist der Anbau, Besitz sowie der Handel von und mit Purple Haze und anderen Pflanzen illegal. Außerdem ist die Sorte heutzutage nur schwer erhältlich, sogar in den USA grenzt es an ein kleines Wunder an ein Original zu geraten.

Wie schmeckt Purple Haze?

Die Sorte schmeckt nach einer Mischung aus süßen und erdigen Aromen, die durch Noten von Beeren und scharfen Gewürzen unterstrichen werden. Um genau zu sein scheint der Geschmack an Bonbons, sowie Erdbeeren und Trauben zu erinnern. Der erdige Geschmack ist “typisch hazig”. Auch der Geruch wird als sehr einladend und süß beschrieben.

Disclaimer & Rechtliches

Der Besitz, Anbau sowie Handel von und mit Cannabisprodukten ist in Deutschland illegal und fällt unter das Betäubungsmittelgesetz. Der Besitz und Konsum von medizinischem Cannabis ist nach ärztlicher Verschreibung legal. Der Artikel stellt keine Handlungsaufforderung dar und dient lediglich dem Zweck der Informationsweitergabe. Smart Brain Tech haftet nicht für eventuelle Schäden, die durch den Gebrauch illegaler Substanzen entstehen.

Quellenangaben

  1. The origins of Haze: the history of a legendary strain – Humboldt Seeds” 
  2. Caryophyllen: Ein ganz besonderes Terpen mit großem therapeutischem Potenzial – Humboldt Seeds 
  3. https://www.leafly.com/strains/purple-haze/reviews?page=3 

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